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Diaspora

Wenn christliche Gemeinden oder versprengte Häuflein einzelner Christen in eine ungläubige oder andersgläubige Umgebung eingestreut zu leben haben, so bilden sie eine Diaspora. Die ersten Gemeinden der Apostelzeit, besonders die von Paulus gegründeten, sind durchweg Diasporagemeinden gewesen. Als einige von ihnen größer und stärker geworden waren, rief sie der Apostel sogleich zur brüderlichen Hilfe für schwächere Gemeinden auf. Eine solche „Diasporahilfe” setzt immer die Gliedschaft aller an der Kirche als am Leibe Christi voraus. „So ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit.” So ist Diaspora eine Erscheinungsform der irdischen Kirche, und die Hilfeleistung für sie ein Auftrag, der ebenso aus dem Wesen der Kirche hervorgeht wie der Befehl zur Mission. Sie wird heute im Namen der Gesamtkirche in geregelter Betreuung vom Gustav-Adolf-Verein und anderen Organisationen ausgeübt. Allerdings ist an die Stelle der ursprünglichen Diaspora (Christen unter Nichtchristen) im Laufe der letzten Jahrhunderte immer mehr die konfessionelle (Evangelische unter Katholiken) getreten. Wir lernen aber heute den Sinn der urchristlichen Diaspora wieder viel besser verstehen. Dabei hilft uns die schöne Doppelbedeutung des griechischen Wortes, das sowohl „Zerstreuung” wie „Aussaat” bedeutet und uns damit die besondere Sendung enthüllt, die der Herr seiner Kirche mitgegeben hat.

Das Gottesjahr 1941, S. 30
© Johannes Stauda-Verlag Kassel

© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 12-12-06
 

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